Immer mehr Berufskrankheiten

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Immer mehr Berufskrankheiten

Beitragvon Anne am 12.07.2010 - 16:02

„In der 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Unfallversicherung war das Unfallrisiko am Arbeitsplatz noch nie so niedrig", sagte Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Joachim Breuer, bei der Vorstellung der Unfallzahlen für 2009. In der an sich erfreulichen Bilanz mischen sich aber auch Wermutstropfen: Die Zahl der an einer Berufskrankheit verstorbenen Menschen erreichte einen neuen Höchststand.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Zweig der Sozialversicherung. Ihre Träger – die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen – versichern rund 75 Millionen Menschen in Deutschland gegen Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle, Unfälle im Ehrenamt sowie Berufskrankheiten.

Arbeitsunfälle gingen um fast neun Prozent zurück
Die absolute Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle lag 2009 bei 886.122 und damit um 8,8 Prozent niedriger als im Vorjahr, wie die DGUV in Berlin mitteilte. Danach hat sich das Risiko von 26,8 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter auf 24,3 Unfälle verringert.

Die Zahl der neuen Renten aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls belief sich auf 22.534. Die Unfallversicherung verzeichnete 456 tödliche Arbeitsunfälle und 362 tödliche Wegeunfälle. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg insgesamt leicht um 1,1 Prozent auf 178.590.

Dagegen ging die Zahl der meldepflichtigen Schülerunfälle um 5,9 Prozent auf 1,366 Millionen zurück. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle inklusive der Schüler-Unfallversicherung nahm um 6,5 Prozent auf 2,431 Millionen ab. In den vergangenen zehn Jahren ist dabei ein deutlicher Trend nach unten feststellbar. So lag der Wert im Jahr 2000 noch bei 3,215 Millionen.

Die Berufskrankheiten nehmen zu
Deutliche Zunahmen gab es im Berufskrankheiten-Geschehen. Die Zahl der Verdachtsanzeigen stieg um über zehn Prozent auf 66.951. Bei 25.570 Versicherten bestätigte sich der Verdacht. Davon wurde wiederum in 16.078 Fällen die Berufskrankheit anerkannt, was einer starken Zunahme um 23,9 Prozent entspricht.

„Diese Zunahme erklärt sich vor allem durch rechtliche und gesetzliche Änderungen“, erklärte Breuer. „Diese haben es uns ermöglicht, mehrere hundert Fälle von Emphysem-Bronchitis bei Bergleuten anzuerkennen, die wir zuvor nicht entschädigen durften.“

Die Zahl der Menschen, die infolge einer Berufskrankheit ihr Leben verloren, stieg deutlich um 15,7 Prozent beziehungsweise um 376 auf 2.767 Personen und erreichte damit einen neuen Höchststand. In der Mehrzahl der Fälle waren anorganische Stäube, vor allem Asbest, die Ursache.

Trotz weniger Unfälle stieg die Belastung der Arbeitgeber
2009 mussten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen rund 300 Millionen Euro mehr für Rehabilitation und Entschädigung ausgeben als im Jahr zuvor.

In der gewerblichen Wirtschaft mussten die Arbeitgeber insgesamt rund 9,5 Milliarden Euro für das Umlagesoll der Berufsgenossenschaften aufbringen. Der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften stieg daher auf 1,31 (Vorjahr: 1,26) Prozent je 100 Euro beitragspflichtiges Entgelt.

Breuer begründete diesen Beitragsanstieg zum einen mit höheren Ausgaben und vor allem mit der Lohnsumme, die infolge der Kurzarbeit um mehr als 13 Milliarden Euro zurückgegangen sei.
Anne
 
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